Monatsarchive: Januar 2010

Es fällt mir schwer mich abzulenken…

…..denn ständig muss ich daran denken, wie es meiner kleinen Schnecke wohl gehen mag. Erst morgen kann ich zwischen 13 und 14 Uhr auf dem Stationstelefon anrufen und mich nach Jills Befinden erkundigen. Mir schwirren 1000 Gedanken durch den Kopf, und hier ertappe ich mich ständig dabei, dass ich mich verhalte, als wäre Jill zu hause….. Wenn ich im 2. OG am Computer sitze und eine Treppe tiefer auf Toilette gehe, habe ich immer zu ihr gesagt: „Frauchen kommt gleich wieder“, denn obwohl sie fast immer im Hundebett schlief, ging prompt der Kopf hoch, wenn ich mich aus meinem Drehstuhl erhob…..

Die Hundebetten habe ich – nachdem Jill unkontrolliert Urin verloren hat – gewaschen und hoffe so sehr, dass sie bald wieder drin liegen wird…..

Es klingt vielleicht verrückt, aber am Freitag Abend schaute ich an der Wand auf Janas Bild und habe sie inständig gebeten, dass sie Jill gesund werden lässt und noch nicht zu sich holt….

Ach wäre es doch schon morgen 13 Uhr…. und ich könnte erfahren, wie es Jill geht… Doch da gestern und heute kein Anruf aus der Tierklinik kam, kann ich nur hoffen, denn man hätte mich informiert, wenn es Komplikationen gegeben hätte….

Ich bin durch diese große Sorge um Jill momentan kaum in der Lage, andere Dinge zu erledigen. Aber morgen um 11 Uhr habe ich einen Mammographie-Termin, der zur Krebsnachsorge gehört. Sicher werde ich den wahrnehmen. Doch am Freitag, als ich noch nicht wusste, wann ich die Tierklinik verlassen werde, hatte ich auch meinen 2. Lymphdrainage-Termin…. Da ich die Telefonnummer der Praxis nicht im Handy gespeichert hatte, rief ich Norbert im Dienst an, bat ihn, die Nummer im Branchenverzeichnis rauszusuchen und dort anzurufen,…So muss ich mich also morgen auch noch dort melden und einen neuen Termin vereinbaren…..

….auf dem Hinterrund-Bild meines Monitors schaut mir immer meine kleine Schnecke zu….

….und ich hoffe so sehr, dass ich bald wieder solche Fotos von ihr machen kann…

Fortsetzung von gestern…

Da die Röntgen- und Blutuntersuchung kein Ergebnis brachten, vermutete man einen neurologischen Befund, und da war das CT die einzige Möglichkeit, um die Ursache noch zu finden. Ich stimmte dem CT sofort zu und setzte meine Hoffnung auf diese Untersuchung. Nach nunmehr 3 Stunden in der Tierklinik musste ich Jill abgeben, und sie wurde zum CT gebracht, welches unter Narkose gemacht wurde. Über eine Stunde wartete ich dann, bis mich endlich der Arzt holte, um mit mir die Untersuchungsergebnisse zu besprechen.

Auf den CT-Aufnahmen war an der hinteren Wirbelsäule eine Raumforderung zu erkennen, die auf die Nerven des Rückenmarks drückte. Doch man konnte nicht sagen, ob es eine Bannscheibe oder ein Tumor ist. Klar war jedoch, dass Jill nur eine Chance hat, wenn sie sofort operiert wird. Ist es eine Bannscheibe, bestünde die Möglichkeit, dass sich die Nerven regenerieren und sie wieder laufen kann. Sollte es jedoch ein Tumor sein, wäre er mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bösartig und Jill hätte keine Chance…

Man wollte sofort operieren, zumal sie ohnehin noch in Narkose war, und nochmals gab ich mein Einverständnis. Wenn man bei der OP festgestellt hat, ob es sich um eine Bannscheibe oder einen Tumor hadelt, wollte man mich anrufen.

Inzwischen war es 15:15 Uhr, ich setzte mich also ins Auto, fuhr nach hause, hoffte, bangte und wartete, dass das Telefon klingelt. Es war wie eine Ewigkeit. Um 18:15 Uhr kam endlich der Anruf. Der Arzt sagte mir, dass es wirklich „nur“ eine Bannscheibe war und sie vollständig entfernt wurde. Eine Garantie konnte er mir zwar nicht geben, doch er hofft, dass sich die Nerven erholen, obwohl es nach bzw. durch die OP anfangs sogar noch schlimmer sein kann. Am Montag darf ich auf Station anrufen und mich nach Jills Befinden erkundigen….

Ich bin zwar erleichtert, dass es kein Tumor war, doch beruhigt bin ich deswegen noch lange nicht. Was ist, wenn sich die Nerven nicht erholen und Jill nicht wieder laufen kann? Meine Angst um sie ist so unendlich groß…. und vor allem fehlt sie mir. Gern wäre ich bei ihr, doch in einer Tierklinik kann man sein Tier nicht besuchen. Eigentlich ist das ja auch verständlich, denn das Tier würde jedes Mal aufs Neue leiden, wenn man wieder geht… Doch allein schon der Gedanke, dass sie vielleicht Schmerzen hat, in einer fremden Umgebung ist und nicht versteht, warum Frauchen sie allein gelassen hat, da schnürt es mir fast den Hals zu….

Große Sorgen

Ich glaube, ich hatte vor einiger Zeit mal berichtet, dass unser Tierarzt Jill aufgrund ihrer Beschwerden geröngt hat. Nach diesen Aufnahmen bekam ich die Diagnose —> Spondylose Doch nach erfolgreicher Schmerzbehandlung folgte kurze Zeit später ein erneuter Rückfall, und dann bekam sie auch noch Durchfall….

Anfang dieser Woche war ich also wieder beim Tierarzt. Jill bekam gegen den Durchfall ein Antibiotikum, doch es wurde nicht besser…. Ich kann gar nicht sagen, wer mehr gelitten hat, ob Jill oder ich vor lauter Sorgen. Gestern Abend folgte der nächste Schock. Nachdem wir vom Geburtstagskaffee zurück waren, ging ich mit Jill nach hnten in den Garten in ihre Gassi-Ecke. Sie wollte sich lösen, doch es gelang ihr nicht, und sie jammerte nur. Immer wieder versuchte sie sich zum Pullern hinzuhocken, doch es gelang ihr nicht. Ich merkte, dass es ernst ist, machte mir unendlich Sorgen und wollte heute gleich wieder zu unserem Tierarzt.

Norbert war natürlich auch sehr beunruhigt, recherchierte bereits im Internet und druckte Interneseiten vom Tiernotdienst aus. Dadurch erfuhr ich, was ich bisher nicht wusste, denn in Berlin gibt es mittlerweile eine —> Tierambulanz , die wie ein Hausbesuchsdienst fungiert. Als Jill dann auch noch ständig hechelte und ich in ihrem Hundebett eine Pfütze entdeckte, griff ich zum Telefon., und etwa eine 3/4 Stunde später so egen 23 Uhr kam die Tierarztambulanz. Die nette Tierärztin untersuchte Jill sehr lange und sehr gründlich, doch letztendlich sagte sie: „es passt nicht zusammen“. Jill bekam schmerz-, krampf- und entzündungshemmende Spritzen, mehr konnte sie nicht tun, und ich war alles andere als beruhigt…. aber die Nacht war ruhig…..

…doch Jills zweites Hundebett, welches neben meinem Bett liegt, war heute morgen total durchnässt. Es war mir unbegreiflich, dass sie draußen nicht pullern kann, doch dann auf ihrem Hundeett unkontrolliert Urin verliert…. Ein Hund macht niemals auf sein eigenes Lager, es war also höchste Alarmstufe angesagt, und meine Angst kann ich gar nicht beschreiben. Doch dem nicht genug, denn während ich nach der kurzen Nacht erst gegen 7:45 Uhr meine Morgentoilette bei offener Badezimmertür verrichtete, kam auch Jill aus dem Schlafzmmer…..

….und es sollte gestern anscheinend nicht der letzte Schrecken gewesen sein, denn Jill zog ihre linke Hinterpfote etwas nach. Bei mir natürlich Panik pur, und der Tierazrtbesuch ab Sprechstundenbeginn um 10 Uhr stand für mich fest….

Um 9:45 Uhr war ich in der Tierarztpraxis, doch die nette Sprechstundenhilfe musste mir leider mitteilen, dass der Doc sich wenige Minuten zuvor krank gemeldet hat…..

Ich weiss auch nicht, ich hatte das Gefühl, als hätte sich die ganze Welt gegen Jill und mich verschworen…. doch die Sprechstundenhilfe gab mir zwei Adressen von Tierkliniken, eine in Berlin-Zehlendorf, die andere in Potsdam. Als ich mit Jill die Tierarztpraxis verlies, stand Jill wimmernd vor den Treppen, die wir steigen mussten, um diese Praxis im  Suterrain zu verlaassen. Ich trug also Jill (20 kg) die Treppen hoch und hob sie auch in den Kofferraum meines Autos,, in den sie bisher immer allein gesprungen ist….und fuhr nach Berlin-Zehlendorf in die Tierklinik der FU Berlin……

Gegen 10:30 Uhr war ich in der Tierklinik, gegen 15:20 Uhr verlies ich sie, jedoch allein….
Aber der Reihe nach…. Nach einer nicht allzu langen Wartezeit wurden wir aufgerufen. Ca. 45 Minuten wurde Jill dann von drei Veterinär-Studenten untersucht, die gerade ein Praktikum machen, und all ihre Ergebnisse tippten sie in den Computer. Ich war irgendwann total genervt, da die Studenten zu keinem Ergebnis kamen und war regelrecht froh, als igendwann endlich der „richtige“ Arzt kam, um sich Jil anzusehen. Nach seinen Untersuchungen war Röntgen und Blutuntersuchung angesagt. Doch beides brachte keine Ergebnisse, und ein Oberarzt wurde hinzugezogen. Er sah sich Jill an, doch ihr Zustand hatte sich in der Zwischenzeit sogar noch verschlimmert…… Auch die rechte Hinterpfote lahmte inzwischen, und meine Sorgen stiegen ins Unermessliche….
Röntgen- und Blutuntersuchung waren ergebnislos, und so war ein CT die einzige Möglickeit , um abzuklären…

Ich kann nicht mehr, darum morgen  die Fortsetzung….