Archiv für November 2010

Klare Sicht…..

Als ich 1990 meinen P-Schein machte, musste ich zum Sehtest, und seitdem bin ich Brillenträger…. Einige Jahre später wechselte ich zu Kontaktlinsen, und das nicht nur aus Eitelkeit… Einmal ging meine  rahmenlose Brille durch meine Arbeit kaputt, doch mein damaliger Arbeitgeber meinte nur, dass sich seine Versicherung mit solchen Lappalien kaum abgeben wird… und so musste ich zusehen, wie ich damals die 200,-DM für ein neues Brillenglas aufbrachte….

Doch nach dem Wechsel zu Kontaktlinsen konnte so etwas nicht mehr passieren, und dann gab es sogar noch einen weiteren großen Vorteil: Wenn ich im Winter Fahrgäste aus ihrer Wohnung abholte, war ich durch den Temperaturunterschied die ersten Minuten meist handlungsunfähig, weil meine Brille so beschlagen war, dass sie einer Milchglasscheibe glich….

Als Mittvierziger teilte mir dann der Augenarzt auf charmante Art und Weise mit, dass ich mittlerweile in das Alter komme, wo man zwei verschiedene Sehhilfen braucht, eine zum sehen in die Ferne, eine zum Lesen…. Kontaktlinsen mit zwei Sehstärken gab es zu der Zeit noch nicht, also entschied ich mich für eine Gleitsichtbrille. Doch nur wenige Jahre später kamen Bifokallinsen/Multifokallinsaen auf den Markt, die meine Gleitsichtbrille ersetzen konnten.

Diese trage ich nun seit einigen Jahren und bin auch sehr zufrieden. Seit einiger Zeit habe ich jedoch den Eindruck, dass ich meine Sehstärke wieder einmal überprüfen lassen sollte, denn beim Lesen und am Computer kneife ich oft mit den Augen.Zudem besitze ich seit einigen Jahren keine Brille mehr, die mal als Ersatz dienen könnte…

Gestern habe ich mich nun endlich mal aufgerafft und bin zum Optiker gefahren…. doch nach nur 2 Minuten hatte ich den Laden auch wieder verlassen. Nein, unfreundlich war man nicht, aber vor einem Sehtest darf man mindestens 12 Stunden keine Kontaktlinsen tragen, um das Ergebnis nicht zu verfälschen… und ich hatte sie ja noch in den Augen….

So habe ich dann gestern Abend meine Augen von den Linsen “befreit” und meine Uralt-Gleitsichtbrille aus der Schublade geholt… Kam mir trotz der Brille vor wie ein blindes Huhn. Mit der Fernsicht hatte ich zwar keine Probleme, aber am Computer oder beim Lesen bin ich fast verzweifelt…

Heute Vormittag nun der zweite Anlauf zum Optiker…

Erstaunlicherweise sind meine Augen gar nicht schlechter geworden. Wie man mir erklärte, ist es ein Unterschied, ob ich lese oder am Computer sitze, allein durch den Leseabstand… Die Ideallösung wäre eine Gleitsichtbrille für den Arbeitsbereich. Doch als ich erfuhr, dass da nur ein Brillenglas mindestens 200 Euro kostet, kippte ich fast aus den Latschen, denn ich wollte nicht nur eine Lesebrille, sondern auch eine, mit der ich auch Auto fahren kann. Letztendlich haben wir einen Kompromiss gefunden. Zum Weitsehen und zum Auto fahren werden die Gläser in mein “altes” rahmenloses Gestell eingesetzt. Für eine reine Lese-bzw. Arbeitsbrille habe ich mir ein Gestell für 19 Euro ausgesucht und muss für beide Brillen dann insgesamt 340,-Euro bezahlen. Boah…. viel Geld und bei zwei Brillen trotzdem fast ein Schnäppchen, denn meine erste Brille im Jahr 1990 kostete 700,-DM….

Mitte/Ende kommender Woche kann ich die Brillen abholen und bin schon richtig gespannt….

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8 Jahre sind es nun…

…doch nach dem Verlust eines Kindes bleibt die Fassungslosigkeit immer bestehen. Inzwischen weiss ich, dass sich das auch nie ändern wird.

Meine Schwester kam heute Vormittag mit zum Friedhof, und ich war ihr sehr dankbar, dass ich diesen schweren Weg nicht allein gehen musste. Meine Mum wollte eigentlich mitkommen, doch es ging ihr nicht gut, und sie hätte den Weg über den Friedhof nicht geschafft.  Wir stellten einen Topf mit gelben Chrysanthemen auf das Grab und zündeten in der Grablaterne eine Kerze an. Als ich rein zufällig auf die Uhr schaute, war es gerade 11:20 Uhr – das war genau die Zeit, als damals der Jogger Jana und Mario im Auto auf dem Parkplatz am Berliner Teufelsberg entdeckte….

…und der “Film” lief weiter vor mir ab…. Auch nach 8 Jahren erscheint einem alles so unwirklich, als befände man sich in einem schlechten Traum. Doch die unendliche  Sehnsucht nach Jana holt mich leider immer wieder zurück in die Realität…..

Es gab heute nur eine einzige Freude… Um 21:15 Uhr klingelte mein Telefon. Da ich mein Skype nicht anhatte, wählte mich  Olav über sein Skype auf dem Festnetz an. Er fragte mich, wie ich diesen schlimmen Tag überstanden habe und tröstete mich. Es tat einfach nur gut, seine Stimme zu hören…. und wenn mich heute etwas trösten konnte, dann war es dieser liebe Anruf von meinem “Olebole”

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Anfang November….

Jedes Jahr um diese Zeit durchlebe ich die letzten Tage mit Jana, unsere letzte Auseinandersetzung, unseren letzten Blickkontakt, als ich am 2. November kurz nach 8 Uhr ins Auto stieg und sie am Fenster sah…. Doch selbst nach 8 Jahren bin ich noch nicht zur Ruhe gekommen, denn Jana fehlt mir unendlich. Die Trauer nimmt kein Ende, und obwohl ich in Gedanken ständig mit ihr kommuniziere, bleiben Fragen, auf die ich keine Antwort bekomme.

Als ich vor einem guten Jahr eine Psychotherapie begann, war ich anfangs zuversichtlich, und während der Therapie gab es sogar Momente, da glaubte ich, dass es mir hilft. Nach einer längeren Pause über den Sommer bat ich Anfang Oktober wieder um einen Termin. Nach Janas Geburtstag Anfang September und dann Olavs Ausreise nach Mexiko war ich in einem absoluten Tief und erhoffte Hilfe. Doch als ich Mitte Oktober wieder einen Termin beim Psychologen hatte, sagte er mir, dass ich lernen muss, loszulassen. Das war genau das, was ich eigentlich nicht hören wollte. Auch fand er es nie normal, dass ich nach so langer Zeit immer noch so sehr um Jana trauere, statt ihre Entscheidung zu akzeptieren. Ich kann es einfach nicht….

Nun habe ich am 19. November den nächsten Termin beim Psychologen, doch bezweifle langsam, dass mir die Psychotherapie etwas gebracht hat. Ich möchte niemandem Unrecht tun, und sicher haben Psychologen auch eine gewisse “Strategie”, um einem zu helfen. Doch ich habe im Laufe der Jahre erlebt, dass eigentlich nur  diejenigen mich verstehen, denen Gleiches widerfahren ist, leider…. Geholfen hat mir auch das Mitgefühl von Menschen, die solch einen Schicksalsschlag nicht erleben mussten. Aber nicht geholfen hat es mir, wenn man mir gesagt hat, wie lange ich trauern darf… und das werde ich wohl immer….