Archiv für Juli 2011

Die Sorgen nehmen kein Ende

Vor knapp zwei Wochen war ich unheimlich froh, dass Jill ihre OP gut überstanden hat, doch normal gefressen hat sie seitdem immer noch nicht. Auch meine “erzieherischen Maßnahmen” brachten nicht den gewünschten Erfolg, denn das nur kurzeitige Futterangebot  ”funktionierte” lediglich einen Tag…

Darum machen wir uns jeden Tag mehr Sorgen… Noch vor einigen Wochen machte mich Physiotherapeutin Nicole darauf aufmerksam, dass mein Schneckchen etwas zuviel auf den Rippen hat, doch inzwischen ist Jill so dünn geworden, dann man ihre Wirbelsäule nicht nur fühlen, sondern auch sehen kann.

Jill trinkt zwar sehr oft und viel, aber der Futternapf  daneben bleibt unberührt…  Wirbelsäule und Schulterknochen sind deutlich sichtbar….

Der Züchter von Jill sagte einmal, dass noch nie ein Hund vor einem vollen Napf verhungert ist, doch langsam habe ich den Eindruck. dass Jill diesem Ausspruch trotzen will…

….und da ich mir nicht mehr zu helfen weiß,  habe ich vorhin beschlossen, Jill nun zwangsweise mit ihrem Futter zu ernähren. Dann habe ich ihr Futter mit einem Stabmixer püriert, den Brei mit etwas Wasser verdünnt und per Spritze (genauso wie die Astronautennahrung) verabreicht. Im Moment weiß ich noch nicht wie es weitergehen wird, denn meine Angst um Jill wird erst vergehen, wenn sie wieder “normal” fressen wird…

..auch Jill’s Gesicht ist sehr schmal geworden…

…und wieder zum Doktor…

Heute Vormittag war es nun soweit… zu Beginn der Sprechstunde um 10 Uhr fuhr ich mit Jill wieder zum Tierarzt, denn 10 Tage nach der OP sollten heute die Fäden gezogen werden.

Zeitgleich mit mir kam ein Mann mit einer Katzenbox in die Praxis, die er dem Personal übergab. Ihm wurde gesagt, dass er ab 16 Uhr anrufen kann. Diesen Satz hörte ich vor 10 Tagen auch… Das Gesicht des Mannes war sehr traurig, und mit gesenktem Kopf verlies er die Praxis. Ich konnte so sehr nachfühlen, wie ihm zumute war…

..und dann wurden wir auch schon ins Sprechzimmer gebeten. Obwohl Jill sich anfangs wieder sehr wehrte, musste sie auf der Seite liegen. Die Ärztin hielt sie fest, aber dann blieb Jill ruhig, während der Arzt die Fäden entfernte. Der Tierarzt war sehr zufrieden mit dem Heilungsprozess. Das von mir “geschneiderte” T-Shirt musste auch nicht mehr angelegt werden, denn selbst, wenn sich Jill jetzt die Narbe ablecken würde, wäre es nicht mehr schlimm.

Nachdem Jill wieder “auf freiem Fuss” war, lief sie im Arztzimmer auf und ab, und der Tierarzt äußerte, dass sie schon wieder einen wesentlich besseren und vor allem mobileren Eindruck macht. Wir unterhielten uns noch eine Weile, und so erfuhr ich auch, welche Vorteile eine frühzeitige Kastration bei Hündinnen hat  (wenn man nicht züchten möchte) und welche Erkrankungen man dadurch ausschließen kann.

Das war für mich sehr informativ, doch ich erfuhr auch, dass Jill ohne diese OP in absehbarer Zeit gestorben wäre. So mache ich mir natürlich Vorwürfe, dass ich nicht schon Ende April mit ihr beim Tierarzt war, als ihre Läufigkeit so extrem lange dauerte, denn das war bereits ein Signal…

Im Laufe des Tages fiel mir dann ebenso auf, dass Jill wieder etwas aufgeweckter ist. Nach dem Ablegen der Halskrause nun auch kein “T-Shirt” mehr, und auch die Fäden im Bauch sind weg. Sie wird wieder neugieriger und liegt nicht mehr den ganzen Tag auf der Decke, als wäre ihr alles egal….

…und obwohl es mir nicht allzu leicht fällt, scheint Konsequenz wirklich zu helfen, um Jill zum Fressen zu bewegen. Heute früh stellte ich ihr den Futternapf mit Hühnchen und Reis hin, doch nachdem sie gestern mit Freude davon gefressen hat, ignorierte sie das leckere Futter. Ich bettelte nicht, dass sie doch fressen soll und lies den Napf auch nicht stehen (wie sonst), sondern nahm ihn nach einer Minute wieder weg. Gegen Mittag stellte ich ihr den Napf noch einmal hin, und siehe da, Jill frass. Als sie mit dem Fressen aufhörte, nahm ich den Napf wieder weg, obwohl er noch nicht leer war.

Wie mir Hundephysiotherapeutin Nicole erzählte, gab es bei Bekannten von ihr neulich einen ähnlichen Fall, wo der Hund sein Frauchen und Herrchen durch Futterverweigerung auch regelrecht manipulierte, denn man sorgte sich, und so bekam Hundchen natürlich mehr Aufmerksamkeit ;-) Als man dem Hund dann konsequent auch nur kurzzeitig das Futter vorsetzte, gab er nach drei Tagen auf  und frisst seitdem wieder normal…

Da soll mal jemand sagen, dass Tiere dumm sind…

…und mal sehen, ob Jill morgen schon vom heutigen Tag gelernt hat, denn zurzeit gibt es zwischendurch auch keine Leckerlis. Das klingt zwar hart, doch es wäre ja kontraproduktiv…. Jill muss nun langsam wieder zu Kräften kommen, da sie ja mittlerweile fast drei Wochen kaum etwas gefressen hat und auch sehr dünn geworden ist….

…aber es gibt auch noch etwas zum Schmunzeln…

Seit etwa einem Monat verliert Jill hier im Haus eigentlich keine “Knödel” mehr, sondern erledigt ihr großes Geschäft wirklich nur noch im Garten in ihrer Gassi-Ecke. Doch gestern und heute passierte es mehrmals, dass mir ein relativ “bekannter” Geruch in die Nase stieg… Ich griff schon zur Haushaltrolle, um damit ein “Knödelchen” zu entsorgen, doch Jill schlief auf ihrer Decke und ich fand nichts. Nachdem sich das irgendwann mal wiederholte, war mir klar, dass Jill anscheinend gepupst hatte…

…und da kamen auch wieder Erinnerungen in mir hoch… Auch Janas Rottweiler Jeannie hat manchmal heimlich still und leise eine “Duftmarke” abgelassen… Man hatte dann das Gefühl, als fallen gleich alle Fliegen von der Wand, und Jana hielt sich jedes Mal beide Hände vor das Gesicht, schimpfte mit Jeannie, doch konnte sich vor Lachen kaum halten. Ich sehe es vor mir, als wäre es gestern gewesen….

 

Dummer Hund? Denkste!!!

Von meinem Rücken lohnt es kaum noch zu berichten, denn ich fühle mich jeden Tag besser und bin so gut wie beschwerdefrei.

So gibt es also momentan nur noch ein Sorgenkind, und das ist Jill… Vorgestern (am Montag) machte ich mir so große Sorgen, dass ich sie wegen ihrer Futterverweigerung vorzeitig noch einmal beim Tierarzt vorstellte, denn eigentlich sollten wir erst morgen oder am Freitag zum Fäden ziehen kommen.

Jill wurde noch einmal untersucht und geröntgt.  Auf dem Röntgenbild sah man, dass der Darm halbwegs gefüllt war, doch man konnte eine Verstopfung nicht ausschließen. Darum bekam sie zur Stärkung nochmals eine Infusion und dann eine Spritze, falls sie Bauchkneifen hat… und dann sollte ein Einlauf folgen… doch man machte mich vorsichtshalber auch darauf aufmerksam, dass eine Heimfahrt im Auto dann sehr heikel werden könnte , und so hatte ich ein Problem..

Aber dieser Einlauf war nur eine kleine Flasche, die man in den Anus steckt und ausdrückt… So nahm ich diese Flasche mit und gab Jill den Einlauf dann zu hause…. und auf die Wirkung musste ich auch nicht lange warten…

Die Wirkung des Einlaufs hielt auch gestern noch an, doch Jill entleerte sich immer nur im Garten in ihrer Gassi-Ecke. Aber ihr Futter rührte sie immer noch nicht an….

Als ich heute Vormittag auch wieder für meine Mum einkaufte, kam ich auf die Idee, für Jill Hühnchen und Reis zu kochen. So etwas bekam sie mal als Diät und frass es sehr gern. Das tat ich dann auch, lies es abkühlen und setzte es Jill vor. Meine Schnecke frass sofort, und ich hätte vor Freude am liebsten einen Luftsprung gemacht.

Gute zwei Stunden später kam wieder Hundephysiotherapeutin Nicole auf einen Kaffee vorbei, da sie zuvor in der Nähe zu tun hatte. Begleitet wurde sie von Mogli, ihrem kleinen Jack Russel…

Die Hunde erkannten sich wieder und beschnüffelten sich. Nicole bat mich, ihr etwas von Jill’s “normalem” Futter zu geben, also dem noch nicht eingeweichten Trockenfutter, welches mir Jill derzeit nicht abnimmt….

Nicole reichte ihrem Hund das Futter, er nahm es an, doch spuckte es dann wieder aus…. und Jill – ganz aufgeregt vor Futterneid – wollte auch etwas haben. Nicole gab also auch Jill von dem Futter, welches meine Schnecke regelrecht verschlang und nach jedem Krümel sofort um das nächste bettelte…

Ich traute meinen Augen kaum und fragte mich, ob das wirklich mein Hund ist oder Nicole übernatürliche Kräfte hat … ;-)

Nicole ist ja nicht nur Hundephysiotherapeutin, sondern auch Verhaltenstherapeutin…

Doch dann erklärte sie mir, dass Jill mich über das Futter “manipuliert”. Ihr Test mit dem Futterneid hat das ja auch bestätigt. Ich muss eingestehen, dass ich durch meine Angst und Sorge alles getan habe, dass Jill frisst, doch sie konnte sich dadurch aussuchen, was sie mag und was nicht…

Nicole gab mir noch einige Tipps, und nun hoffe ich, dass es mit der Umsetzung auch klappen wird. Mal sehen, was der morgige Tag bringt, an dem auch die Fäden gezogen werden….

 

 

Langsam…

….scheint es mit meinem Rücken bergauf zu gehen. Das Medikament Ibuprofen nehme ich noch, und nach einem warmen Bad in der Wanne (vor zwei Tagen) wurde es merklich besser. Meine Bewegungseinschränkungen lassen seitdem immer mehr nach. So konnte ich mich heute schon relativ normal bewegen, und nur noch selten “läutete” die Alarmglocke….

Die größeren Sorgen mache ich mir darum nach wie vor um Jill. Leckerlis nimmt sie zwar mit Freude, doch an ihrem “normalen” Futter schnüffelt sie zwar, aber wendet sich dann wieder von ihrem Napf ab. Da sie morgens und abends ihre Medikamente bekommen muss, mache ich mir immer Gedanken, wenn sie zuvor nichts im Magen hat. Was macht man also? Man gibt dem Hund ein Leckerli….

Auch ist Jill durch die Halskrause sehr eingeschränkt, stößt beim Laufen an Möbel oder Türrahmen. So darf sie auch nicht allein nach draußen, weil an allen Ausgängen (Hautür, Küchen- und Wohnzimmerterrasse) zwei Stufen sind. Darum leine ich sie beim Rausgehen immer an, damit nichts passiert, wenn sie mit der Halskrause gegen die Stufen stößt…..

Diese Halskrause hat ja nur den Zweck, dass sich Jill nicht ihre Narbe ablecken kann. So haben wir vorhin versucht, eine andere Lösung zu finden, damit wir Jill das lästige Ding abnehmen können, sie sich auch wohler fühlt und vor allen nicht wie ein blindes Huhn überall anstößt..

Hundephysiotherapeutin Nicole gab mir neulich schon den Tip, Jill ein T-Shirt anzuziehen. … und genau das probierten wir vorhin aus. Nun habe ich ein T-Shirt weniger, doch es war noch nicht optimal. Norbert meinte dann, dass ich das als gelernter Schneider doch hinbekommen müsste (doch dafür muss man kein Schneider sein ;-) ) und “opferte” ebenfalls ein altes T-Shirt :-) Der zweite Versuch war dann zufriedenstellend, und wir konnten Jill die Halskrause abnehmen, wodurch sie sich sicher wohler fühlt…

 

Nun schläft sie schon wieder….

…und da für die Frauen der deutschen Fußßball-Nationalmannschaft die WM beendet ist, möchte ich auch nicht mehr mit dem Outfit des Tagebuchs an das Ausscheiden im Viertelfinale erinnern… :-(

 

 

Neue Nachrichten aus der Krankenstation ;-)

De zweite Nacht nach der OP hat Jill ebenfalls ohne Probleme verbracht, und auch ich war froh, dass ich durchgeschlafen habe. Heute früh um 5:45 Uhr wurde ich durch Jill wach. Sie stand vor der Tür, durch die man auf die Wohnzimmerterrasse oder auch in den Garten geht. Offensichtlich wollte sie Gassi gehen. Ich stand also auf, was mir erstaunlicherweise nicht allzu schwer fiel, machte die Terrassentür auf, doch kam gar nicht mehr dazu, ihr die Leine anzulegen, denn Jill flitzte mit ihrer Halskrause wie ein Wirbelwind zu ihrer Gassi-Ecke hinten im Garten :-)

Als ich das sah, traute ich meinen Augen kaum und war nun auch schlagartig richtig munter 

 

….und dann bekam Jill von mir ihre Tablette gegen Inkontinenz und das derzeitige Antibiotikum, welches ich ihr 10 Tage verabreichen muss, beide Tabletten gut in Leberwurst “verpackt”, damit die Medizin auch gut schmeckt….*zwinker*

Ihr “normales” Futter hat Jill tagsüber immer noch nicht angerührt. Damit sie überhaupt etwas in dem Magen hat, verabreichte ihr eine so genannte Astronautennahrung, die mir der Tierarzt schon vor der OP mitgegeben hatte. Das ist ein Pulver, das in Wasser angerührt wird und viele Nährstoffe enthält. Doch Jill mag es nicht…. also fülle ich es in eine große Spritze (natürlich ohne Nadel) und “verabreiche” es Jill. Das ist jedoch viel schwerer als es klingt und ist jedes Mal ein richtiger Akt, denn Jill beißt dann die Zähne so fest zusammen, dass ich mit der Einwegspritze kaum eine Lücke finde. So setze ich hinter ihrem Eckzahn an, drücke den Brei aus der Spritze, und irgendwann fängt Jill an zu schlucken… So kommen zwei- bis dreimal täglich ungefähr gut zwei Drittel der 20ml-Sptitze in ihrem Magen an…

Hundewürstchen und Entenfilet-Streifen nimmt sie jedoch ohne Widerwillen, sondern mit Begeisterung… Doch ich kann sie ja nicht ewig nur mit Leckerlis füttern… Jill war ohnehin schon immer ziemlich eigen und ein mäkliger Hund, doch ihr Züchter sagte mal zu mir , dass noch nie ein Hund vor einem vollen Napf verhungert ist. Aber ich muss ja auch irgendwie zusehen, dass ich sie nach der OP wieder etwas aufpäppele, zumal sie bereits einiges an Gewicht verloren hat…. und da nun den richtigen Mittelweg zu finden, ist gar nicht so einfach.

Wäre schön, wenn auch mein Hexenschuss  Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust zur Folge hätte Aber Spaß beiseite, denn ich bin unheimlich froh, dass es mir heute schon etwas besser geht, auch wenn die Schmerzen und Beschwerden mich noch immer sehr einschränken. Doch im Vergleich zu gestern kann ich schon froh sein… und so hoffe ich, dass es mir morgen wieder ein wenig besser geht…